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Buddha hilft einem Baum


Es gibt eine Geschichte, die in den Ordensregeln der Mönche und Nonnen erzählt wird (Vinaya IV 34, nacherzählt von Andrea Liebers)

Einer der Mönche, die dem Buddha als Schüler folgten, beschloss, sich eine schöne geräumige Hütte bauen zu lassen. Er bat deshalb einen Mann aus dem Dorf, einen besonders alten und großen Baum zu fällen. In diesem Baum wohnte aber eine Baumgottheit. Als die von der Absicht erfuhr, dass ihre Wohnung gefällt werden sollte, verließ sie ihren Baum und ging auf den Marktplatz des Dorfes. Die Dorfbewohner blieben vor Schreck stehen, als die Baumgottheit an ihnen vorbei schritt. Ein solches Wesen hatten  sie nämlich noch niemals gesehen. Die Baumgottheit sprach: “Warum wollt ihr den uralten Baum, der mir seit vielen vielen Jahren als Wohnung dient, fällen lassen?”
Der Mann, der das tun wollte, trat vor die  Baumgottheit, verbeugte sich tief und sprach: “Verehrtes Wesen. Ein  Mönch will sich eine schöne geräumige Hütte bauen lassen, deshalb hat er mich gebeten, diesen alten Baum zu fällen.”
Die Dorfbewohner, die dabei standen und es hörten, riefen: “Wir wollen nicht, dass der Baum gefällt wird! Ruft den Buddha, er soll über diese Sache entscheiden!”

Zum Glück hielt sich der Buddha gerade in der Nähe auf. Schnell hatte man ihm Bescheid gesagt, um was es ging, und der Buddha zögerte auch keine Sekunde, sondern eilte zum Marktplatz. Dort erklärte man ihm den Fall.
Der Buddha sprach: “Mönche und Nonnen, die meine Schüler sind, sollten niemals Bäume und Pflanzen zerstören. Es spielt keine Rolle ob es große  Bäume oder kleine Pflanzen sind. Bitte erzählt das überall herum, damit es alle erfahren.”
“Und was ist jetzt mit meinem Baum?”, fragte die Baumgottheit zur Sicherheit noch einmal nach.
Alle Augen richteten sich gespannt auf den Buddha. “Der bleibt natürlich stehen!”
“Na, dann kann ich ja zurück in meine Wohnung”, erklärte der Baumgott zufrieden und leuchtete geheimnisvoll. Dann schritt er gemächlich aus dem Dorf hinaus.
“Und was ist mit mir?”, fragte der Mönch, der die Hütte für sich bauen lassen wollte.
“Hast du denn keine Hütte mehr?”, fragte der Buddha nach.
“Doch, aber die ist mir zu klein”, erwiderte der Mönch.
“Darf ich sie einmal sehen?”, erkundigte sich der Buddha.
Der Mönch nickte. “Sie ist nicht weit von hier bei den drei großen Felsen!”
Der Buddha folgte dem Mönch, die Bewohner des Dorfes ebenfalls. Als sie bei seiner Hütte angekommen waren, sagte der Buddha: “Die ist doch groß genug für einen einzelnen Mönch. Warum meinst du, du bräuchtest eine größere?”

”Ich fühle mich beengt, wenn ich in der Hütte bin!”, erwiderte dieser.
“Das hat nichts mit der Hütte zu tun!”, der Buddha lachte. “Dein Geist ist zu eng!”


 

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