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Auch Mönche, die im Wald leben, waren einmal Kinder!

Ajahn Martin Piyadhammo, der seit seit 1991 als buddhistischer Mönch im  Dschungel in Thailand lebt, wurde 1957 in Stuttgart geboren und ging dort zur Schule. Danach studierte er in Deutschland erst Elektrotechnik, dann ging er in die USA, um Computertechnik zu studieren.

Als er in seinem Beruf als Computerfachmann in Deutschland eine Stelle hatte, merkte er, dass ihn das nicht ausfüllte. Er suchte irgend etwas und wusste damals aber noch nicht, was. Durch Zufall entdeckte er für sich die Meditation und er merkte gleich, dass es das ist, was sein  inneres Loch ausfüllen konnte. Er lernte zu meditieren und wollte sich dann ganz der Meditation widmen. Deshalb lebte er vier Jahre lang in England und Deutschland in Klöstern und Meditationszentren. 1995 ging er nach Thailand in das Waldkloster Baan Taad des bekannten Lehrmeisters  Ajahn Maha Bua, wo er im Dezember 1995 ordinierte, das heißt richtig Mönch wurde. Dort lebt er in einem Waldkloster und meditiert bis zu 16 Stunden am Tag.

1. Lieber Ajahn Martin, du bist inzwischen schon über 50 Jahre alt. Versuche dich bitte einmal an die Zeit zu erinnern, als du jung warst. Was für ein Kind warst du?

Ich war ein sehr ruhiges Kind und habe mich sehr zurückgezogen. Ich habe nicht viel gesagt, aber sehr viel gelesen.


2. Hast du dich als Kind schon für Religion interessiert?

Als Kind nicht, erst ab ungefähr 14, da wurde ich konfirmiert - ich bin  evangelisch aufgewachsen. Mit 18 Jahren habe ich mich allerdings dann von der Kirche abgewandt.


3. Hattest du viele Freude?

Nö. Immer nur ein paar, vielleicht einen oder zwei, aber immer gute.


4. Warst du gut in der Schule?

Nicht so besonders, in der 9. Klasse bin ich sitzen geblieben, ich hatte in Deutsch, Englisch und Latein eine 5!


5. Welches waren dein Lieblingsfächer?

Mathe, Chemie und Französisch.


6. Jetzt lebst du seit über 15 Jahren fast das ganze Jahr in Thailand im Dschungel und meditierst dort. Wo lebst du da?

Ich lebe in einem Waldkloster, das im Dschungel liegt. Dort wohne ich in einer Holzhütte, die wird Kuti genannt.


7. Was isst du dort? Wo kaufst du ein?

Ich lebe vom Almosengang, das bedeutet, dass ich morgens ins Dorf gehe und dort mit der Almosenschale herumgehe. Einmal am Tag essen, bis Mittags, das war es dann für den Tag.


Also Frühstück und Mittagessen?

Nein, man isst nur morgens, sobald die Sonne aufgeht. Wir Waldmönche wollen so viel Zeit wie möglich zum Meditieren haben.


8. Was meditierst du den ganzen Tag?

Ich sitze wie der Buddha in Meditationshaltung in meiner Hütte und ich mache Gehmeditation. Mein Ziel ist es zurück zum Ursprung zu finden. Das bedeutet übrigens das Wort Religion: sich zurückverbinden mit dem Ursprung.


9. Hast du im Dschungel Angst vor wilden Tieren?

Am Anfang hatte ich Angst, ja. Vor Skorpionen und Schlangen vor allem. Aber man gewöhnt sich daran.


10. Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Die Zukunft ist die Gegenwart, es gibt keine Zukunft. Man lebt als Mönch  jeden Tag dasselbe, es gibt keine Ferien vom Mönchsein, du bist es sieben Tage die Woche.


Copyright des Fotos A.S. Berger /Wat Sibounheuan

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