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Eine buddhistische Nonne, die mit Strafgefangenen meditiert, erzählt


Stacks Image 110Die  buddhistische Nonne Thubten Chodron lebt im Norden der USA in dem von ihr im Jahr 2003 gegründeten Kloster Sravasti Abbey. Seit fast 20 Jahren betreut sie zusammen mit ihrem Team Strafgefangene. Zum Teil sind das auch ganz “schwere Jungs”, die wegen schlimmster Gewaltverbrechen verurteilt wurden. Sie gibt ihnen Anregungen zur Meditation, beantwortet ihre Briefe und vieles mehr. Angst hatte sie bisher nie, wenn sie “zu  Besuch” ins Gefängnis ging.


Wann und wie hast du den Buddhismus kennengelernt?

Thubten Chodron: 1975 las ich auf einem Flyer, dass Lama Tubten Yeshe und Zopa  Lama einen Meditationskurs anbieten. Ich ging dorthin, es war das erste  Mal, dass ich buddhistische Unterweisungen hörte. Ich war gleich davon gefesselt!


Was gefällt dir am Buddhistsein am meisten?

Zu wissen, dass ich meinem Leben einen Sinn geben kann, und zu wissen, dass es Methoden gibt, mit denen man Liebe, Mitgefühl und Weisheit lernen kann.


Als du deine Arbeit mit Strafgefangenen begonnen hast, gab es da Momente, in denen du Angst hattest?

Nicht wirklich. Ich war neugierig, die Leute kennenzulernen, die mir Briefe geschrieben hatten. Ich hatte keine Angst vor ihnen.


Hattest du als Kind einen Berufswunsch oder einen Wunsch, wie dein Leben als Erwachsene aussehen sollte?

Ich wollte schon immer etwas Gutes für andere tun, aber mir war nicht klar, was das sein könnte. Schließlich beschloss ich, Lehrerin zu werden. Ich dachte, als Lehrerin könnte ich sicher anderen helfen.


Hast du als Kind Vorbilder gehabt, oder hast du für jemanden geschwärmt?

Ich habe als Kind ein Buch über Helen Keller und ihre Lehrerin Annie Sullivan gelesen.* Die beiden fand ich total gut! Sie haben zusammen so viele Schwierigkeiten überwunden und etwas Großartiges erreicht. Ihr Beispiel hat mich gelehrt, niemals aufzugeben, auch wenn etwas schwierig ist.


Hattest du als Kind viele Freundinnen und Freunde?

Ja. Ich mochte es, mit anderen zusammen zu sein. Ich war aber auch gerne  allein. Ich konnte stundenlang etwas malen oder basteln oder auch ein  Buch lesen.


Hast du einen Tipp für Kinder von heute?

Denkt darüber nach, was wirklich wichtig ist, und lasst euch nicht davon beeinflussen, was andere tun. Überlegt, wie ihr eure besonderen Talente  und Fähigkeiten für andere einsetzen könnt.


Welche ist deine Lieblingsmeditation?

Ich mag alle Meditationen. Ich bemühe mich, nicht zu denken, welche ich  besonders mag und welche am wenigsten. Ich versuche mein Herz offen zu halten, damit ich alles wertschätzen und genießen kann.



Anmerkung der Buddhakids-Redaktion:

*Helen Keller, geboren 1880 in den USA wurde als Zweijährige durch eine  Hirnhautentzündung blind und taub. Ihre Lehrerin Annie Sullivan brachte ihr eine Taubblinden-Sprache bei, so dass Helen sogar eine berühmte Schriftstellerin wurde.

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